Sonntag, 11. Dezember 2016

Ich nähe einen Quilt #4: Quilting, Binding und Fertig!

Heute kommen wir endlich zum 4. und letzten Teil der kleinen Mini-Doku-Soap.

Die ersten 3 Teile könnt ihr hier nachlesen: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Für das Quilting meines ersten Quilts habe ich mich für ein sehr einfaches Vorgehen entschieden. Ich habe immer füßchenbreit von den farbigen Musterflächen maschinengequiltet. Das Quilten im Nahtschatten soll man wohl nicht machen, da man nicht immer so eindeutig die Naht trifft und vor allem, weil man das Quilting dann überhaupt nicht sieht; leuchtet mir ein. Es war nicht leicht, die Stoffmassen durch den doch relativ engen Durchlass meiner Nähmaschine zu bewegen, aber es hat geklappt. Vom Quilten selbst habe ich dummerweise kein Foto gemacht, aber ihr könnt das Ergebnis ja am Ende des Posts sehen (so ihr durchhaltet).

Für die Einfassung des Quilts habe ich mich entschieden, den khakibraunen Uni-Stoff zu verwenden, der auch im Top und in der Rückseite zum Einsatz kam. Durch die verwendeten Stoffreste finde ich meinen Quilt ziemlich bunt und wollte daher mit dem Binding keinen weiteren Farbakzent setzen.

Für das Binding schneidet man Stoffstreifen im geraden Fadenlauf in 4facher Breite der späteren gewünschten Binding-Breite zu. Bei mir waren das 12cm. Da die Stoffbreite ca. 1,40m beträgt, müssen die Stoffstreifen für das Binding miteinander verbunden werden. Hierzu gibt es einen kleinen Trick, der einem später das Annähen erleichtert.
 Die Stoffstreifen werden rechtwinkling aufeinander gelegt.
 Dann knickt ihr äußere Spitze einmal in der Mitte um. Die Spitze liegt dann auf der anderen Ecke. Die Kante falzt ihr einmal gut mit dem Fingernagel nach.
Ihr knickt die Ecke wieder zurück und seht nun die gefalzte Nahtlinie.
 Nachdem ihr die Nahtlinie genäht habt, schneidet ihr mit dem Rollschneider rechts davon die Ecke ab.
 Dann sieht es so aus.
Danach bügelt ihr die Nahtzugabe auseinander.

 Von rechts sieht der Stoffstreifen dann so aus.










Diese Art der Verbindung ermöglicht ein flacheres und leichteres Annähen des Bindings.

Das Binding habe ich dann rechts auf rechts mit der Maschine angenäht. Um die Ecken schön ordentlich mit Briefecken zu nähen, habe ich auf eine der zahlreichen Anleitungen im Netz zurückgegriffen.
Danach habe ich das Binding von Hand an die linke Seite genäht, und zwar in den letzten heißen September-Tagen *puh*. Aber, ich wollte das Teil endlich fertig haben! Meine Tochter hat sich den Quilt direkt nach Fertigstellung als leichte Zudecke für ihr Bett geschnappt. Und so sieht das gute Stück fertig aus:




Obwohl der Quilt wirklich einige "Mängel" aufweist, da ich scheinbar nicht die beste und ordentlichste Zuschneiderin bin, finde ich ihn trotzdem für meinen ersten Quilt ganz o.k. Wenn ich einen weiteren Quilt nähen sollte, würde ich jedoch auf eine andere Zwischenlage als Molton zurückgreifen. Ich hätte da gerne etwas Dickeres, bei dem das Quilting dann schöner rauskommt.

Viel Backgroundwissen habe ich mir natürlich im Netz angelesen, aber sehr hilfreich fand ich auch dieses Buch:
In dem Buch gibt es einen großen Grundwissen-Teil aber auch einige Quilt-Vorlagen zur Inspiration. Eine echte Herausforderung bei der Zusammenstellung eines Quiltes finde ich die Stoffwahl. Bei meinem Quilt ging es mir darum, die zahlreichen Reststücke zu verarbeiten und so habe ich nur den Uni-Stoff dazu gekauft. Mittlerweile liegen wieder viele Reste hier herum, so dass ich mich gedanklich schon so langsam mit Quilt 2 beschäftige. Mal sehen!





Kommentare:

  1. Sehr schön ist die Decke geworden. Danke für die ausführliche Beschreibung. Das Buch hab ich direkt auf meine Wunschliste geschrieben. Ich hab nämlich auch einen heimlichen Wunsch / Plan : Einen Quilt aus meinen Waxprintresten. Mal schauen ob ich 2017 meinen Traum näher komme.
    LG und eine schöne Adventszeit.
    Karin
    Karin

    AntwortenLöschen
  2. Die Decke ist wirklich schön geworden und wird Deine Tochter sicher lange begleiten. Bis Jahresende werde ich hoffentlich die neunte Decke beendet haben, mir macht das Patchworken sehr viel Spass auch wenn es recht lange dauert, bis ein Projekt vollendet ist. Beim binding halte ich es inzwischen so, dass die Handstiche auf der rechten Seite sind. Ich mag den Effekt der Handstiche und dann dürfen sie auch auf der "schönen" Seite zu sehen sein. LG Kuestensocke

    AntwortenLöschen