Mittwoch, 1. März 2017

MeMadeMittwoch: Sloane getoasted

Am Karnevalsfreitag hat mich die liebe Karin mit zum Bummel über den Markt in Maastricht genommen. Wir hatten viel Spaß und haben natürlich (!) schöne Stoffe gefunden. Die Stoffe sind am Freitag noch in die Waschmaschine gewandert und am Samstag habe ich direkt den ersten vernäht.

Das Material ist ein dickerer Jersey, ein bisschen scubaartig, der in geometrischen Mustern gequiltet ist. Die Farbe ist schon so ein bisschen frühlingshaft; ein ganz zartes lavendellila.

Der Schnitt ist Sloane von Named Patterns. Allerdings habe ich diesmal die Säume verlängert und hier kommt Toaster ins Spiel. Das Rückenteil habe ich 5cm länger als das Vorderteil zugeschnitten und kleine Seitenschlitze gearbeitet. Das hatte mir an Toaster#2 sehr gut gefallen. Der Ausschnitt ist einfach umgeklappt und abgesteppt.
Die Ärmel haben aus Stoffknappheitsgründen eine Teilungsnaht. Ich mache das schon mal, wenn es knapp wird und finde das auch nicht weiter störend.
Auf dem Me Made Mittwoch Blog begrüsst uns heute Mema mit einem Teil ihrer diesjährigen Reisegarderobe.
Euch allen einen schönen Mittwoch, trotz Schietwetter.

Montag, 27. Februar 2017

Kölle Alaaf! Karnevalskostüme 2017

Ich liebe es Kostüme zu nähen!
Der Reiz liegt für mich darin, ganz andere Dinge zu nähen, als ich sie im Alltag tragen würde. Andere Materialien, die ich sonst nicht verarbeite, andere Farben....beim Nähen von Karnevalskostümen kann ich meinen inneren Zensor, den inneren Kontrollfreak und den inneren Perfektionisten wunderbar beiseite schieben und einfach drauf los planen und nähen. Beim Nähen meiner Alltagskleidung sollte ich mich vielleicht auch mal öfter frei von den drei kritischen Stimmen in meinem Kopf machen; das Nähen wäre definitiv freier und spaßiger (aber ob dann die Ergebnisse auch im Alltag tragbar sind?).

In diesem Jahr habe ich endlich mal wieder Karneval gefeiert. In den letzten beiden Jahren fiel Karneval bei mir krankheitsbedingt leider ziemlich flach. Und da gute Vorbereitung nie verkehrt ist, habe ich schon bei der Annäherung in Bielefeld mein diesjähriges Indoor-Kostüm genäht.

Basis meines Indianerkleides ist der Schnitt Raven aus der La Maison Victor. Ich habe einen tollen Viskose-Crepe in rehbraun bei Alfatex gefunden, der durch seine Struktur einen lederähnlichen Eindruck macht. Verziert habe ich das Kleid mit Fransenborten im gleichen Farbton. Für die Brustpasse hatte ich noch einen Rest einer wildlederartigen Borte. Für den Saum und Teile der Ärmelsäume habe ich die Borte aus braunem Filz selbst gemacht. Die Säume wurden mit der Borte verstürzt und knappkantig von rechts abgesteppt. Die gemusterte Webborte habe ich im Karnevalsbedarf gekauft und das Kleid auch noch großzügig damit verziert.
Ergänzt wird das Kostüm mit Indianerperücke, Federohrringen und Karnevalsketten aus dem Fundus.

Mein Outdoorkostüm habe ich schon vor zwei Jahren genäht, aber s.o. leider noch nicht tragen können und ehrlich gesagt war es für die diesjährigen Temperarturen eigentlich auch zu warm, aber egal.


Plüschkostüme sind für den Straßenkarneval eigentlich ideal, denn man ist in nullkommanix verkleidet und kann bei Bedarf noch wärmende Schichten drunter ziehen und muss sein Kostüm nicht unter einer Jacke verstecken. Zu kaufen gibt es die Plüschkostüme i.d.R. als Overall, was ich jedoch extrem unpraktisch finde.
Mein Krümelmonster ist daher ein Zweiteiler. Die Hose ist die Bequemhose aus Rosa P.`s Buch. Genäht ist sie aus knallblauem Fleece. Das Oberteil ist ein Hoodie nach dem Schnitt Frau Toni von Schnittreif. Hier habe ich knallblaues Fellimitat vernäht, was wirklich eine riesige Fussel-Sauerei ist. Die Säume sind alle nur geoverlockt. Damit das Kostüm in die Waschmaschine kann, sind die Augen des Krümelmonsters mit Klettverschlüssen an der Kapuze befestigt und somit abnehmbar. Gestern habe ich gemerkt, dass mir noch Taschen fehlen. Ich werde mir daher noch braunen Plüsch besorgen und angebissene Cookie-Taschen auf den Hoodie applizieren.

Und nach Karneval ist auch immer vor Karneval....die Pläne für nächstes Jahr werden jetzt schon geschmiedet.

Sonntag, 5. Februar 2017

Herr Mann mit Smooth Move

Im letzten Sommerurlaub habe ich für meinen Mann einen Schal gestrickt. Bislang hatte er nur einen (wie ich finde) kratzigen Kaufschal. Und da ich ja dem Tücher- und Schal-Strick-Virus verfallen bin, dachte ich mir, dass ich ihn auch mal von meiner neuen Manie profitieren lasse.

Bei Monika hatte ich gesehen, dass Sie Smooth Move von Stephen West für ihren Mann gestrickt hat und ich finde, dass dies ein Schal ist, der sich sehr gut für Männer eignet.
Gestrickt habe ich es aus der kuschligen Alpaca Wolle von Drops in dunkel- und mittelgrau und grün-türkis (m.M.n lodengrün). Den I-Cord-Bindoff habe ich mit aqua-grau gestrickt. Die Farben passen gut zu seinen Jacken und er mag es generell lieber dezent.
Der Schal gefällt ihm sehr gut, wird aber leider nicht getragen, da er meistens Pullover anzieht, die sich per Reißverschluss oder Knopfleiste bis unters Kinn schliessen lassen und das Tragen eines Schals erübrigen (bäh!). Ich brauche auf jeden Fall kein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich egoistisch für mich und für die Tochter stricke, pfh!

Monika zeigt im diesmonatigen Herr Mann auch einen Schal für ihren Mann, der mir sehr gut gefällt. Vielen Dank für die schöne Aktion, Monika.

Mittwoch, 11. Januar 2017

MMM: Lieblingsstück 2016

Heute wird auf dem MeMadeMittwoch Blog das Lieblingsstück des Jahres 2016 gekürt. Eine schöne Tradition, die ich nicht verpassen möchte.

2016 war für mich kein besonders tolles Jahr. Insbesondere das letzte Quartal war sehr hart. Ich musste mir um drei sehr liebe Menschen aus meinem engsten Umfeld sehr große Sorgen machen (zum Glück geht es allen wieder gut), wir hatten über ein halbes Jahr eine sehr ätzende Baustelle im Haus, viel Arbeit....ich habe mich einfach nur noch ausgelaugt gefühlt und überhaupt keine Lust und Muße zum Nähen verspürt. Ich habe sogar...pst!....Kleidung gekauft. 
Aber: das Jahr wird jetzt mit dem Lieblingsstück abgehakt und dann wird nur noch nach vorne geschaut und sich z.B. auf das kommende Wochenende gefreut. Dann kommt auch mein Näh-Mojo bestimmt wieder.

Der Dauerbrenner in meinem Schrank sind Hosen. Eine der meistgetragenen Hosen ist die
schwarze Ginger aus beschichtetem Stretch-Viskose-Twill. Die geht immer und passt zu ganz viel in meinem Schrank.
 Im Herbst habe ich noch ein Exemplar aus einem khaki-grauen ähnlichen Stoff genäht und diese Hose (die natürlich noch nicht verbloggt ist) ist genauso ein Kombitalent.

Ein weiteres Lieblingsstück ist mein dunkelblauer Trenchcoat. Da steckt eine Menge Arbeit drin, aber es hat sich so gelohnt. Der Mantel ist wirklich gut genäht und passt hervorragend.


Mein totaler Überraschungsliebling war - auch bei mir - mein Maxi-Waxprint-Rock. Ich bin ja überhaupt nicht der Typ für große und bunte Muster, konnte dann aber irgendwann doch nicht mehr widerstehen. Den Rock habe ich im Sommer unglaublich gerne und viel getragen. Das Tragegefühl ist einfach toll. Man ist echt luftig angezogen, aber eben doch angezogen.


Dem Me Made Mittwoch Team möchte ich an dieser Stelle für seinen Einsatz danken. Der MMM ist wie eine Klammer, die uns alle zusammenhält und eine schöne Konstante in der Nähblogger-/Instagram-Welt, in der alles immer in Bewegung ist.

Ich wünsche uns allen ein gutes neues Jahr. Gesundheit, Glück, Inspiration und Freude an allem, was wir tun.

Samstag, 24. Dezember 2016

WKSAL16: Frohe Weihnachten

Mein Weihnachtskleid ist schon länger fertig und deshalb habe ich auch die letzten beiden Termine geschwänzt. Insbesondere die zweite Jahreshälfte hatte es so in sich, dass ich überhaupt keine Muße zum Nähen habe und verspüre, so bin ich also mit meinem sehr einfachen Ruck-Zuck-Kleid mehr als zufrieden.
Auf dem MeMadeMittwoch Blog zeigen meine Mitnäherinnen Ihre tollen Kleider, eine wahre Inspirationsflut.
Ein besonderer Dank gebührt Dodo und Yvonne, die sich die Zeit genommen haben, uns durch den Sew-Along zu begleiten.

Genäht habe ich Raven aus der La Maison Victor. Geplant war ein Probekleid aus dem grauen Romanit, bevor ich den schönen geschenkten Crepe anschneiden wollte.

Da ich das Kleid dann doch in Originallänge (ja, auch mit den Beinen) genäht habe, da die längere Länge total trutschig an mir aussah, habe ich es jedoch bei dem Probekleid belassen. Ein Kleid in der Länge ist o.k., aber mehrere?



Ich habe ein gemütliches Weihnachtskleid mit Taschen und fühle mich trotz der Kürze des Kleides sehr wohl darin; und das ist ja die Hauptsache.
Ich wünsche Euch allen ein frohes Weihnachtsfest, so wie es Euch gefällt. Lasst es Euch und Euren Lieben gut gehen.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

MMM: Alabama Chanin Shirt

Vor fast zwei Jahren habe ich ein Alabama Chanin Buch zu Weihnachten geschenkt bekommen und wollte sofort ALLES ausprobieren....in meinem Herbsturlaub auf Ibiza habe ich mich dann endlich mal dran gesetzt.

Das Shirt habe ich nach meinem Basis-Shirt-Schnitt Fanö von Schnittreif zugeschnitten. Das Vorder- und das Rückenteil habe ich zweilagig verarbeitet, die Ärmel einfach. Ich habe einen ziemlich dünnen Baumwolljersey in dunkelblau und in taupigem grau oder gräulichem taupe genommen.

Das Muster habe ich freihand von einer Vorlage aus meinem Buch vergrößert abgemalt und die Musterzeichnung dann immer wieder mit Kopierpapier bzw. Kreide auf das Shirt aufgebracht. Das war nicht so optimal, denn beim späteren Handnähen musste ich teilweise raten, wo mein Muster weitergeht.

Das Muster habe ich erst mit Knopflochgarn und dann mit zweifädigem Sticktwist aufgenäht, als das Knopflochgarn "alle" war. Den Halsausschnitt habe ich mit einem Jerseystreifen eingefasst und mit dem kretischen Stich aus Alabama Chanins Buch angenäht. Die Ärmelsäume habe ich nur eingeschlagen und ebenfalls mit dem Stich genäht. Den unteren Saum habe ich unsichtbar von Hand angenäht, alles andere hätte das Muster zerstört.

Diese Art der Verarbeitung hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich finde für mein erstes Werk kann ich auch ganz zufrieden sein.

Zum letzten MeMadeMittwoch im (fürchterlichen) Jahr 2016 treffen sich heute alle hier. Claudia hat ein Dakota Kleid an, dass ich erst gar nicht als solches erkannt habe. Da sieht man mal, was der Stoff und individuelle kleine Änderungen bewirken.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Ich nähe einen Quilt #4: Quilting, Binding und Fertig!

Heute kommen wir endlich zum 4. und letzten Teil der kleinen Mini-Doku-Soap.

Die ersten 3 Teile könnt ihr hier nachlesen: Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Für das Quilting meines ersten Quilts habe ich mich für ein sehr einfaches Vorgehen entschieden. Ich habe immer füßchenbreit von den farbigen Musterflächen maschinengequiltet. Das Quilten im Nahtschatten soll man wohl nicht machen, da man nicht immer so eindeutig die Naht trifft und vor allem, weil man das Quilting dann überhaupt nicht sieht; leuchtet mir ein. Es war nicht leicht, die Stoffmassen durch den doch relativ engen Durchlass meiner Nähmaschine zu bewegen, aber es hat geklappt. Vom Quilten selbst habe ich dummerweise kein Foto gemacht, aber ihr könnt das Ergebnis ja am Ende des Posts sehen (so ihr durchhaltet).

Für die Einfassung des Quilts habe ich mich entschieden, den khakibraunen Uni-Stoff zu verwenden, der auch im Top und in der Rückseite zum Einsatz kam. Durch die verwendeten Stoffreste finde ich meinen Quilt ziemlich bunt und wollte daher mit dem Binding keinen weiteren Farbakzent setzen.

Für das Binding schneidet man Stoffstreifen im geraden Fadenlauf in 4facher Breite der späteren gewünschten Binding-Breite zu. Bei mir waren das 12cm. Da die Stoffbreite ca. 1,40m beträgt, müssen die Stoffstreifen für das Binding miteinander verbunden werden. Hierzu gibt es einen kleinen Trick, der einem später das Annähen erleichtert.
 Die Stoffstreifen werden rechtwinkling aufeinander gelegt.
 Dann knickt ihr äußere Spitze einmal in der Mitte um. Die Spitze liegt dann auf der anderen Ecke. Die Kante falzt ihr einmal gut mit dem Fingernagel nach.
Ihr knickt die Ecke wieder zurück und seht nun die gefalzte Nahtlinie.
 Nachdem ihr die Nahtlinie genäht habt, schneidet ihr mit dem Rollschneider rechts davon die Ecke ab.
 Dann sieht es so aus.
Danach bügelt ihr die Nahtzugabe auseinander.

 Von rechts sieht der Stoffstreifen dann so aus.










Diese Art der Verbindung ermöglicht ein flacheres und leichteres Annähen des Bindings.

Das Binding habe ich dann rechts auf rechts mit der Maschine angenäht. Um die Ecken schön ordentlich mit Briefecken zu nähen, habe ich auf eine der zahlreichen Anleitungen im Netz zurückgegriffen.
Danach habe ich das Binding von Hand an die linke Seite genäht, und zwar in den letzten heißen September-Tagen *puh*. Aber, ich wollte das Teil endlich fertig haben! Meine Tochter hat sich den Quilt direkt nach Fertigstellung als leichte Zudecke für ihr Bett geschnappt. Und so sieht das gute Stück fertig aus:




Obwohl der Quilt wirklich einige "Mängel" aufweist, da ich scheinbar nicht die beste und ordentlichste Zuschneiderin bin, finde ich ihn trotzdem für meinen ersten Quilt ganz o.k. Wenn ich einen weiteren Quilt nähen sollte, würde ich jedoch auf eine andere Zwischenlage als Molton zurückgreifen. Ich hätte da gerne etwas Dickeres, bei dem das Quilting dann schöner rauskommt.

Viel Backgroundwissen habe ich mir natürlich im Netz angelesen, aber sehr hilfreich fand ich auch dieses Buch:
In dem Buch gibt es einen großen Grundwissen-Teil aber auch einige Quilt-Vorlagen zur Inspiration. Eine echte Herausforderung bei der Zusammenstellung eines Quiltes finde ich die Stoffwahl. Bei meinem Quilt ging es mir darum, die zahlreichen Reststücke zu verarbeiten und so habe ich nur den Uni-Stoff dazu gekauft. Mittlerweile liegen wieder viele Reste hier herum, so dass ich mich gedanklich schon so langsam mit Quilt 2 beschäftige. Mal sehen!